Mobilität eröffnet neue Freiräume im Alter
Die Lebenserwartung ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. In der Schweiz liegt sie bei den Frauen bei fast 86 Jahren und bei den Männer bei rund 83 Jahren. Diese gewonnenen Zeit möchten viele bewusst und mit hoher Lebensqualität gestalten.
Da stellt sich die Frage: Was möchte ich noch sehen und erleben? Welche Pläne und Träume warten darauf, umgesetzt zu werden? Besonders Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben und oft das Gefühl hatten, zu wenig Ferien zu haben, verbinden die neu gewonnene Zeit stark mit dem Thema Mobilität.
Denn wer nicht mehr an Arbeitszeiten gebunden ist, will seine Tage nicht ausschliesslich auf dem Balkon oder im Wohnzimmer verbringen. Für viele Seniorinnen und Senioren bedeutet unterwegs zu sein, aktiv, selbstbestimmt und unabhängig zu bleiben.
Mobil bleiben: Führerausweis und eigenes Auto
Viele ältere Menschen setzen auch im hohen Alter auf das Auto. Damit erledigen sie Einkäufe, besuchen Familie und Freunde, verfolgen ihre Hobbys oder verreisen. Für zahlreiche Seniorinnen und Senioren steht das eigene Fahrzeug sinnbildlich für Freiheit und Unabhängigkeit.
Mit zunehmendem Alter verändert sich jedoch das Mobilitätsverhalten. Während ein Grossteil der 70- bis 74-Jährigen noch selbst Auto fährt, geben viele ab 80 Jahren den Führerausweis ab. Häufig sind gesundheitliche Einschränkungen der Grund dafür – sei es wegen nachlassender Sehkraft oder verlangsamter Reaktionsfähigkeit. Ab einem bestimmten Alter will das Autofahren gut überlegt sein.
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Tipps, um im Alter sicher mit dem Auto unterwegs zu bleiben
Auch im hohen Alter kann man noch sicher Auto fahren, wenn man einige Punkte beachtet. Wer sich körperlich und geistig fit fühlt, sollte folgende Ratschläge beherzigen, um mobil und selbstständig zu bleiben:
Einsteigen leicht gemacht
Mit zunehmendem Alter können die Bewegungen beim Einsteigen ins Auto anstrengender werden. Ein einfacher Trick: Setzen Sie sich zuerst seitlich auf den Fahrersitz, halten Sie den Gurt in der Hand und drehen Sie sich dann langsam ins Fahrzeug. So können Sie sich anschnallen, ohne sich zu verrenken.
Sitz und Gurt optimal einstellen
Ein richtig eingestellter Sitz schützt Gelenke und fördert die Sicherheit. Die Lehne sollte im 90-Grad-Winkel stehen, der Abstand zum Lenkrad etwa 30 Zentimeter betragen. Der Sicherheitsgurt gehört so tief wie möglich an die Innenwand des Autos, damit er im Notfall optimal wirkt. So sitzen Sie fest und können bei plötzlichen Bremsungen sicher reagieren.
Die passende Kleidung wählen
Im Winter ist es besser, ohne dicke Jacke zu fahren, damit der Gurt eng am Körper anliegt. Im Sommer sollten Sandalen, Flip-Flops oder Barfussfahren vermieden werden – das erhöht das Unfallrisiko und kann Versicherungsfragen nach sich ziehen.
Spiegel und Schulterblick nicht vergessen
Achten Sie auf korrekt eingestellte Spiegel: Sie sollten möglichst viel von der Umgebung und wenig vom Auto selbst zeigen. Den Schulterblick dürfen auch ältere Fahrerinnen und Fahrer nicht vernachlässigen, um Fussgänger und andere Verkehrsteilnehmende rechtzeitig zu erkennen.
Mobil bleiben ohne Auto
Wer den Führerausweis abgibt, verliert nicht automatisch die Mobilität. Bus, Tram, Bahn, Velo oder Spaziergänge bieten weiterhin viele Möglichkeiten, aktiv zu bleiben.
Drei Vorteile des öffentlichen Verkehrs für Seniorinnen und Senioren:
- Bequemlichkeit: Einfach einsteigen, Platz nehmen und entspannen. Ob ein Buch lesen, ein Nickerchen machen oder die Landschaft geniessen – die Fahrt kann richtig angenehm sein.
- Sicherheit: Öffentliche Verkehrsmittel sind deutlich sicherer als Autos. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Unfall schwer verletzt zu werden, ist im Auto wesentlich höher.
- Umweltschutz: Busse und Bahnen verursachen pro Person deutlich weniger CO2 und Schadstoffe als das Auto und schonen gleichzeitig den Geldbeutel.
Sicher unterwegs mit Bus und Bahn
Auch im ÖV gibt es einige Punkte zu beachten, um Stürze und Unfälle zu vermeiden.
- Reiseplanung: Informieren Sie sich vorab, wie Sie am besten zu Ihrem Ziel kommen.
- Sicherheitsabstand an Haltestellen: Halten Sie mindestens einen Meter Abstand zum Randstein, damit Busse oder Trams gefahrlos halten können.
- Einsteigen: Nutzen Sie Niederflurbusse, wenn möglich. Bitten Sie andere Fahrgäste um Hilfe, falls nötig.
- Sitzplatzwahl: Setzen Sie sich sobald wie möglich, besonders auf gekennzeichnete Plätze für Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
- Rollatoren sicher abstellen: Immer gegen die Fahrtrichtung und mit angezogener Bremse platzieren. Rückwärts einsteigen hilft, Stürze zu vermeiden.
- Erst aufstehen, wenn das Fahrzeug hält: Drücken Sie rechtzeitig die Haltewunschtaste oder Klingel, und verlassen Sie den Sitz erst, wenn der Bus oder das Tram stillsteht.
- Notfälle: Haben Sie eine Notrufuhr oder einen Notrufknopf dabei, um im Ernstfall schnell Hilfe zu rufen.
Für einen Notfall: Gut zu wissen
Sollten Sie eine Notrufuhr dabeihaben, so können Sie in einem Notfall auch diesen betätigen. Mit einem einzigen Knopfdruck erreichen Sie die Notrufzentrale, die mit Ihnen Kontakt aufnimmt und das weitere Vorgehen, zum Beispiel das Entsenden eines Rettungsteams, abstimmt.
Steigen Sie um aufs Velo
Mobilität ist ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität älterer Menschen. Je früher man sie pflegt und stärkt, desto länger kann man selbstständig und aktiv bleiben. Wer körperlich nur leicht eingeschränkt ist, kann gut auf das Velo umsteigen. Radfahren sorgt nicht nur für Unabhängigkeit, sondern hält auch fit.
Darum lohnt sich das Velofahren im Alter:
- Gesundheit fördern: Bewegung tut Herz, Kreislauf und Muskeln gut, stärkt das Immunsystem und schont die Gelenke. Das gilt in jedem Alter. Wer alltägliche Strecken zu Fuss oder mit dem Velo zurücklegt, verbessert die eigene Fitness und bleibt länger mobil.
- Umwelt schonen: Radfahren ist umweltfreundlich, kostengünstig und flexibel. Es erspart Fahrpläne, Parkplatzsuche und Staus, und man ist schnell unterwegs – egal ob im Alltag oder auf Ausflügen.
Wer mobil bleiben möchte, sollte viel zu Fuss gehen
Auch im hohen Alter ist es möglich, aktiv und selbstständig mobil zu bleiben – und ein grosser Teil davon lässt sich zu Fuss erledigen. Spaziergänge, Walking oder Wanderungen halten Körper und Geist fit. Wer mag, kann diese Wege auch gemeinsam mit Familie, Freunden oder ehrenamtlichen Helfern zurücklegen. Zusammen unterwegs zu sein, motiviert zusätzlich und macht den Alltag schöner.
Warum regelmässiges Gehen wichtig ist
- Gesundheit stärken: Zu Fuss gehen trainiert Muskeln, Koordination und Herz-Kreislauf-System. Wer alltägliche Wege zu Fuss zurücklegt, verbessert seine Fitness nachhaltig.
- Sozialkontakte pflegen: Auf Spaziergängen trifft man Menschen, kommt ins Gespräch und belebt so das Quartier.
- Umweltfreundlich: Gehen ist leise, verursacht keine Schadstoffe und keinen CO2-Ausstoss.
- Umgebung bewusst wahrnehmen: Wer zu Fuss unterwegs ist, entdeckt neue Strassen, Parks oder kleine Cafés in der Nachbarschaft.
- Tipp der Ärzte: Mindestens 30 Minuten Bewegung pro Tag – viele Seniorinnen und Senioren erreichen dies automatisch, wenn sie alltägliche Wege zu Fuss zurücklegen.
Sicher zu Fuss unterwegs
- Gelassen bleiben: Planen Sie genügend Zeit ein, so können Sie stressfrei gehen und Verkehrssituationen besser einschätzen.
- Sichtbar sein: Besonders in der dunklen Jahreszeit helfen helle Kleidung oder reflektierende Elemente, um von anderen Verkehrsteilnehmern früh erkannt zu werden.
- Richtiges Schuhwerk: Tragen Sie Schuhe mit gutem Halt und rutschfestem Profil. Bei Schnee oder Eis können Spikes oder Fersengleitschutz zusätzlich Sicherheit bieten.
- Kleine Umwege einplanen: Ampeln, Zebrastreifen oder Mittelinseln sind sichere Stellen zum Überqueren von Strassen. Lieber ein paar Schritte mehr gehen, als Risiko eingehen.
- Blickkontakt suchen: Achten Sie an Kreuzungen auf den Blickkontakt zu Fahrzeugen. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie abbiegende Fahrzeuge passieren.
- Hilfsmittel nutzen: Gehstöcke oder Rollatoren unterstützen das sichere Gehen. Achten Sie auf passende Höhe, Stabilität und Zubehör wie Gummispitzen oder Eiskrallen.
Alltagsbewegung trainiert Mobilität
Schon kleine Anpassungen im Alltag fördern Muskeln, Gleichgewicht und Koordination:
- Treppen statt Fahrstuhl oder Rolltreppe nutzen.
- Einkäufe zu Fuss erledigen und lokale Läden bevorzugen.
- Tägliche Spaziergänge einplanen – zum Beispiel morgens oder nach dem Mittagessen.
- Tanzen fördert Fitness, Koordination und Gedächtnis – alleine oder in Gesellschaft.
- Walking oder sanftes Gehen in Gruppen macht besonders Spass.
- Vitaparcours im nahen Wald nutzen – für Spiel, Sport und soziale Kontakte.
- Gezieltes Training für Gleichgewicht und Beinmuskulatur kann Stürze verhindern und stärkt Selbstvertrauen.
- Regelmässige Bewegung – egal ob Spazieren, Tanzen, Walking oder gezieltes Training – ist der Schlüssel, um auch im Alter selbstständig, sicher und aktiv mobil zu bleiben.