Seniorenbetreuung: Welche Formen gibt es? 

Je nach Wunsch und Bedarf der älteren Menschen kommen verschiedene Formen der Seniorenbetreuung infrage. Einige wünschen sich nur eine stundenweise Betreuung oder ziehen die Vorteile von Betreutem Wohnen vor. 

Andere wünschen sich, in einer Pflegeeinrichtung unter Gleichgesinnten zu leben. Um einen genauen Überblick über die Formen der Seniorenbetreuung zu gewinnen, haben wir in diesem Beitrag alles Wissenswerte sowie deren Vor- und Nachteile für Sie zusammengefasst. 

Zu Hause bleiben oder ins Altersheim – die verschiedenen Angebote der Altersbetreuung 

Es gibt verschiedene Formen der Betreuung, die je nach Ausmass der Pflegebedürftigkeit individuell festgelegt und auch miteinander kombiniert werden können. So kann es unter Umständen auch eine Altersbetreuung ohne Pflege im engeren Sinne geben –  das passiert in vielen Fällen durch die Angehörigen. Wenn der Betreuungsaufwand aber nicht innerhalb der eigenen Familie geleistet werden kann, gibt es noch andere Möglichkeiten. 

Altersbetreuung in einem Seniorenheim 

Die Einstellung gegenüber einem Seniorenheim variiert von Person zu Person. Viele ältere Menschen sehen die Vorteile in dieser Wohnform, anderen verlangt ein Umzug ein hohes Mass an Überwindung ab. 

Ein Pflegeheim kommt meist dann in Frage, wenn ältere Menschen nicht nur viel Pflege, sondern auch regelmässige medizinische Kontrollen benötigen. Hierbei kann ein Pflegeheim für alle Seiten die beste Lösung sein. So wird der erkrankte oder altersschwache ältere Mensch rund um die Uhr medizinisch überwacht und im Ernstfall kann schnell erste Hilfe geleistet werden. 

Des Weiteren können auch rüstige Rentner, die soziale Kontakte suchen, vom Leben in einem Alters- oder Pflegeheim profitieren. Der Austausch mit anderen Personen im gleichen Lebensabschnitt kann vielen älteren Menschen Freude bereiten. Interessen werden geteilt, Ängste können besprochen werden und der letzte Lebensabschnitt kann gemeinsam mit neuen Freunden oder Bekannten auch ausserhalb des gewohnten familiären Kreises verbracht werden. 

So viele Schweizer leben in Alters- und Pflegeheimen

2020 lebten gemäss dem Bundesamt für Statistik 152 753 Menschen in einem Schweizer Alters- oder Pflegeheim, allerdings wohnten einige von ihnen nur für kurze Zeit dort. So wurden 2020 am Stichtag vom 31.Dezember 87 695 Klientinnen und Klienten registriert. 67 Prozent betrug der Frauenanteil und 90 Prozent der Bewohnenden war mindestens 90 Jahre alt. 

Altersbetreuung durch die Tagespflege 

Wer das Leben in den eigenen vier Wänden nicht komplett aufgeben möchte, sich aber dennoch einen abwechslungsreichen Alltag wünscht und weiterhin am sozialen Leben teilhaben möchte, kann eine Tagespflege in Anspruch nehmen. 

Bei dieser Form der Altersbetreuung verbringt die pflegebedürftige Person den Tag in einer Pflegeeinrichtung und kehrt am Abend ins eigene Zuhause zurück. Die meisten Einrichtungen bieten die Tagespflege von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr an. Manche Senioren besuchen diese täglich, andere nur an einzelnen Wochentagen oder für wenige Stunden. Doch egal wie viel Zeit in der Tagespflege verbracht wird. Sie kann dabei helfen, nicht zu vereinsamen. Viele ältere Menschen sind unglücklich und allein. Denn oft haben sie zwar eine Familie, doch der Kontakt zu Kindern und Enkeln ist rar. Nicht selten sind die Angehörigen weit zerstreut und viele Freunde bereits verstorben. Ab einem Alter von 30 Jahren geht etwa alle fünf Jahre eine Person im Freundeskreis verloren. 

In den Pflegeeinrichtungen kümmern sich Alterspfleger um das Wohlbefinden der Seniorinnen und Senioren. Gemeinsame Aktivitäten wie Kochen in der Gruppe bringen die älteren Menschen zusammen. Auch Freizeitgestaltungen wie Spaziergänge oder kleine Ausflüge bereichern den Alltag der Senioren. Die meisten älteren Menschen freuen sich über ein soziales Leben und neue Kontakte, die sie fernab der Tagespflege nur schwer finden. 

Gleichzeitig entlastet diese Form der Altersbetreuung pflegende Angehörige. Diese haben nun wieder einige Stunden für sich oder können ihre berufliche Tätigkeit wieder aufnehmen. 

Notrufuhren für mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden 

Leben Sie allein? Dann sorgen Notrufsysteme für mehr Sicherheit. Bei einem Unfall, einem Sturz oder bei Unwohlsein hilft die Limmex-Notrufuhr. Ein Knopfdruck genügt, um mit der Notrufzentrale oder einer Kontaktperson nach Wahl verbunden zu werden.

Der Vorteil dieser Uhren ist, dass sie nicht nur zu Hause, sondern auch im Freien verwendet werden können. Der Standort der Person wird mit Hilfe von GPS, GSM und WiFi genau lokalisiert und die erforderliche Hilfe kann direkt und rund um die Uhr kommen.  

Betreutes Wohnen, die besondere Art der Altersbetreuung 

Bei Bedarf die Pflege einer qualifizierten Fachkraft in Anspruch nehmen und gleichzeitig die Vorzüge des häuslichen Umfelds geniessen – das sind die entscheidenden Vorteile von Betreutem Wohnen. 

Betreutes Wohnen ist bei älteren Menschen sehr beliebt. Sie werden hier nach ihrem Bedarf gepflegt und bewahren sich trotzdem ihre Eigenständigkeit in den eigenen vier Wänden. In den Anlagen des Betreuten Wohnens können sie sich rund um die Uhr auf die  Betreuungspersonen verlassen und erhalten  wichtige Hilfestellungen im Alltag. Bei steigender Pflegebedürftigkeit besteht zudem oft die Möglichkeit, in ein Zimmer eines angegliederten Pflegeheimes umziehen zu können.  

Es gibt verschiedene Formen des Betreuten Wohnens. Senioren, die sich Gesellschaft wünschen, sind in Wohngruppen gut aufgehoben. Wer lieber für sich sein möchte, kann in einer entsprechenden Anlage eine eigene Wohnung mieten, sich selbst versorgen und bei Bedarf eine Betreuungskraft hinzuziehen. 

Zahlen und Fakten

Wie viele Menschen aktuell betreut wohnen, ist nicht bekannt Laut einer Untersuchung von 2015 existierten damals schweizweit 16 000 entsprechende Wohnungen. 

Altersbetreuung durch einen ambulanten Pflegedienst 

Ein ambulanter Pflegedienst wird meist als Unterstützung für pflegende Angehörige eingesetzt. In diesen Fällen übernimmt er Aufgaben der Grundpflege. Je nach Pflegebedarf kann der Spitex-Dienst einmal oder mehrmals täglich zum Pflegebedürftigen kommen. Laut dem Bundesamt für Statistik lag die Zahl der ambulanten Pflegedienste in der Schweiz im Jahr 2020 bei 2 546.  

Oftmals wird eine Spitex-Dienstleistung morgens in Anspruch genommen. So hilft eine Fachkraft  bei der Körperhygiene und sorgt etwa dafür, dass Tabletten richtig eingenommen werden. Auch beim An- und Ausziehen unterstützen die Mitarbeitenden ihre Klientinnen und Klienten. 

Wenn die pflegebedürftige Person allein in ihrem Haushalt wohnt, bekommt der Spitex-Dienst meist einen Wohnungsschlüssel. So hat dieser auch Zugang zur Wohnung, wenn der  Klient bettlägerig ist oder aufgrund von Erkrankungen oder Verletzungen schwer aufstehen kann. 

Altersbetreuung zu Hause 

Stundenweise Betreuung 

Die Altersbetreuung zu Hause ist vor allem für ältere Menschen attraktiv, die in ihren eigenen vier Wänden leben wollen, aber  im Alltag Hilfe brauchen. Möglich ist auch eine ergänzende Betreuung ohne eigentliche Pflege. Das Modell der ergänzenden Betreuung ist auch dann interessant, wenn Angehörige die Betreuung und Pflege übernehmen, aber zumindest für ein paar Stunden in der Woche Zeit für sich selbst oder die eigenen Erledigungen benötigen. Gerade dann kann eine Alltagsassistentin bzw. ein Altersbetreuer Gold wert und eine riesige Entlastung sein.  

Diese Alltagsbegleiter haben in erster Linie die Aufgabe, den Senioren als Haushaltshilfe zur Seite zu stehen. Das Angebot beinhaltet insbesondere kompliziertere und körperlich anstrengendere Aufgaben wie Fensterputzen, Wäschewaschen oder Staubsaugen. 

Darüber hinaus ist die Alltagsbegleitung auch für einsame Senioren da, die Gespräche führen möchten. Hier ist der Alltagsassistent einfach nur Zuhörer und leistet Gesellschaft. Es werden Spiele gespielt, Fotos betrachtet oder Bastelarbeiten durchgeführt. 

Ein Bereich, der gerne in Anspruch genommen wird, ist die Einkaufs- oder Behördenhilfe. Denn Senioren scheuen sich häufig vor Supermärkten oder der Papierbewältigung mit den Ämtern. 

Eine weitere Leistung ist die Begleitung von Senioren bei Ausflügen oder Freizeitaktivitäten. Hierdurch bleiben ältere Menschen aktiv und haben ständig einen Begleiter an der Seite, der sie unterhält und unterstützt. All diese Leistungen können gebucht werden, wenn die Senioren selbst noch agil sind und  keine Pflege benötigen. 

Die 24-Stunden-Altersbetreuung 

Bei der 24-Stunden-Betreuung wohnt eine erfahrene Pflegekraft in häuslicher Gemeinschaft mit dem hilfsbedürftigen Senior. Damit kann der Pflegebedürftige weiterhin dort leben, wo er sich am wohlsten fühlt: im eigenen Zuhause. Die Aufgaben einer 24-Stunden-Altersbetreuerin können je nach deren Ausbildung unterschiedlich sein. Prinzipiell umfassen die Dienstleistungen Folgendes: 

Grundpflege: Die Betreuung übernimmt die Tätigkeiten der Körperpflege wie Waschen, Zähneputzen, Toilettengang oder An- und Ausziehen. Auch Hilfe beim Essen gehört dazu

Haushalt: Der Betreuer unterstützt bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie z. B. Putzen, Wäsche, Einkaufen und Kochen. 

Aktivierende Pflege: Die Betreuungskraft leistet Gesellschaft, unterhält sich mit dem Senior, schaut sich mit demjenigen Bilder an und holt Erinnerungen hervor, spielt Karten, hilft bei Hand- und Bastelarbeiten, hilft beim Kreuzworträtsel, liest vor oder motiviert, gemeinsam Lieder von früher zu singen. 

Aktivitäten im Alltag: Neben der Aktivierung zu Hause begleitet die Altersbetreuung bei Arzt- und Behördengängen oder Einkäufen. Auch bei der Korrespondenz mit Behörden oder Unternehmen hilft sie. Ausserdem ist die Begleitung zu geselligen Anlässen, Veranstaltungen, Ausflügen, Reisen oder Spaziergängen möglich. 

Welche Vorteile hat die Betreuung zu Hause? 

  • Ihr Angehöriger lebt länger in seiner vertrauten Umgebung. 
  • Ein Altersbetreuer kümmert sich rund um die Uhr um Ihren Angehörigen. 
  • Unterhaltung & Abwechslung im Alltag werden ermöglicht.
  • Eine Altersbetreuung ist eine Entlastung für die Angehörigen.  

 

Wann ist ein Altersbetreuer sinnvoll? 

Sie sind sich nicht sicher, ob Ihre Angehörigen Unterstützung im Alltag oder eine Altersbetreuung benötigen? In der Regel deuten folgende Anzeichen darauf hin, ob und in welchen Bereichen ein Bedarf bestehen kann: 

  • Ordnung und Sauberkeit im Haushalt lassen nach. 
  • Rechnungen werden nicht mehr bezahlt. 
  • Medikamente werden nicht planmässig genommen. 
  • Auf Körperpflege und -hygiene wird weniger geachtet. 
  • Es wird vergessen, Haushaltsgeräte wie z. B. Herde und Bügeleisen auszuschalten. 
  • Die Person wirkt einsam, insbesondere nach dem Verlust des Partners oder der Partnerin.
  • Essen wird nicht mehr selbst gekocht
  • Autofahren wird zunehmend zu einer Gefahr.
  • Alzheimer oder eine andere Form der Demenz wurde diagnostiziert. 
  • Die Folgen einer Arthritis oder einer anderen Erkrankung erschweren einfache Aufgaben wie das Zuknöpfen von Bekleidung. 

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