„Seit meine Mutter die Notrufuhr trägt, schlafe ich besser“

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Limmex testete mehrere Monate lang eine Uhr für Menschen mit Demenz. Wie kommen die Betroffenen und ihre Angehörigen mit der digitalen Pflegeanwendung zurecht und was würden sie verbessern? Ein Zwischenfazit. 
Das Wichtigste in Kürze

In den Wohnzimmern hängen überall Zettel. Diese erinnern sie an wichtige Termine und ganz alltägliche Dinge – etwa ans regelmässige Wassertrinken und Mittagessen. So beschreibt Bernhard Kather die Wohnungen der Menschen mit Demenz, die er in letzter Zeit besuchte. „Bei den meisten fiel die Krankheit im ersten Gespräch gar nicht auf. Sie wirkten völlig normal. Doch wenn ich das nächste Mal kam, erkannten sie mich nicht wieder.“

Der Leiter Notruf des Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) Kanton Schwyz hat mit seiner Organisation fünf von zehn Menschen mit Demenz vermittelt, die eine neue digitale Pflegeanwendung von Limmex getestet haben. Dazu trugen die Betroffenen eine Uhr, und ihre Angehörigen konnten über eine App deren Standort ermitteln.

Die Uhr wird gut akzeptiert

Kather installierte bei den Testpersonen zu Hause die neue digitale Pflegeanwendung – ein leichtes Unterfangen, ist sein Fazit. „Die Menschen mit Demenz akzeptierten die Uhr gut und auch die Angehörigen kamen mit der App schnell zurecht.“ Die Erleichterung sei bei den Beteiligten spürbar gewesen: „Der Notrufknopf und das GPS-Tracking geben einfach mehr Sicherheit, wenn die Testpersonen etwa draussen unterwegs sind.“ Natürlich gebe es noch einige Herausforderungen. So müssten die Angehörigen dafür sorgen, dass die Uhr auch regelmässig aufgeladen werde.

Die vom SRK Kanton Schwyz vermittelten Testpersonen leben alle allein und werden meistens von ihren Kindern betreut. Manchmal können bis zu fünf Personen den Standort des Uhrenträgers abrufen, die sich die Betreuung aufteilen. „Ich habe auch den Eindruck, dass die Angehörigen der Testpersonen sehr gut organisiert sind.“ Viele haben auch zusätzlich Unterstützung von Organisationen wie der Spitex oder des Entlastungsdienstes. „Es ist auch wichtig, dass diese ihre Kräfte gut einteilen“, so Kather.

„Man muss Geduld haben“ 

Dessen ist sich auch C. Arnold bewusst: „Man muss Geduld haben, aber sich auch abgrenzen können.“ Sie unterstützt mit ihren drei Geschwistern ihre Mutter, die in einem grossen Haus lebt. „Vor drei Jahren ist unser Vater gestorben, der stets alles Administrative und Arbeiten auf dem Computer für sie erledigte.“ Diese Aufgabe übernimmt jetzt Arnolds Schwester. Ausserdem kommt regelmässig ein Gärtner und ein Reinigungsunternehmen vorbei und die Kinder gehen mit der Mutter einkaufen.

„Sonst kommt unsere Mutter gut zurecht. Sie kocht regelmässig, pflegt soziale Kontakte und geht spazieren“, sagt C. Arnold. Und doch hat sie bei ihr in letzter Zeit Veränderungen festgestellt. „Sie ist sturer als früher und lebt immer mehr in ihrer eigenen Welt. Manchmal ist es schwierig, mit ihr über Alltagsthemen zu diskutieren.“ Ihr neuer Hausarzt habe ihr nun zu einer Demenzabklärung geraten, die demnächst stattfinden werde.

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„Ich schlafe besser“ 

Deshalb war C. Arnold froh, dass ihre Mutter die neue Limmex Uhr testen durfte. „Es war beruhigend für uns, dass wir über die App sehen konnten, wo sie gerade war.“ Gleichzeitig hoffte sie, dass sich ihre Mutter dadurch nicht allzu stark kontrolliert fühlte. Aus zeitlichen Gründen konnte die Uhr erst in den kommenden Tagen installiert werden, aber die Mutter von C. Arnold trug schon seit Längerem eine herkömmliche Limmex Notrufuhr. „Seit sich meine Mutter damit jederzeit nach Hilfe rufen konnte, schlief auch ich besser.“

C. Arnold wollte nun als Testperson einen Beitrag leisten, damit die neue Limmex Uhr an die Kundenbedürfnisse angepasst und weiterentwickelt werden konnte. Ein paar Ideen hatte sie schon: „Wir würden gerne die Anzahl Schritte sehen, die meine Mutter täglich zurückgelegt hat.“ Ebenfalls sinnvoll: die Überwachung der Herzfrequenz und eine Sensorik, um Stürze zu erkennen.

Das GPS-Tracking ist am wichtigsten 

Gemäss Dr. Johannes Lübbers, Leiter des Demenzprojekts bei Limmex, sollen einige Wünsche erfüllt werden: „Bei der neuen Pflegeanwendung können die Angehörigen künftig verschiedenste Vitalparameter und die gelaufenen Schritte einsehen.“ sagt Lübbers. Die Sturzmeldung sei aber schwierig zu realisieren, da es dabei oft zu Fehlalarmen komme.

Am wichtigsten sei jedoch bei der neuen Pflegeanwendung für Menschen mit Demenz das GPS-Tracking, so Lübbers. „Das muss sicher funktionieren und darf nicht beeinträchtigt werden durch mögliche andere Funktionen.“ Diese seien zwar gut, könnten aber die Anwendung für die Nutzenden zu komplex machen oder die Akkukapazität zu sehr belasten.


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Redaktion Limmex

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