Ferien bedeuten Erholung, Wärme, neue Eindrücke und andere Kulinarik – kurz: Sie tun der Seele gut. Gerade Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, und ihre pflegenden Angehörigen profitieren von solchen Auszeiten besonders.
Gemeinsame Reisen können die Beziehung stärken und nach einer gesundheitlichen Krise verloren gegangene Energie zurückbringen – Energie, die im Pflegealltag dringend gebraucht wird. Und wenn die pflegebedürftige Person reisefähig ist, muss der Pflegebedarf kein Hindernis darstellen.
Damit ein Ferienaufenthalt für alle Beteiligten gelingt, braucht es jedoch eine sorgfältige Vorbereitung und realistische Erwartungen.
Tipps für Ferien mit pflegebedürftigen Angehörigen
Reiseziel sorgfältig prüfen
Informieren Sie sich vorab, ob das ausgewählte Reiseziel barrierefrei ist und welche Unterstützungsmöglichkeiten es vor Ort gibt – etwa rollstuhlgängige Unterkünfte, angepasste Transportmittel oder Zugang zu medizinischer Versorgung.
Rücksprache mit dem behandelnden Arzt
Klären Sie ab, ob eine Reise medizinisch unbedenklich ist, und ob besondere Vorsichtsmassnahmen nötig sind. Medikamente sowie notwendige Dokumente sollten für die gesamte Reisedauer vorhanden sein.
Professionelle Unterstützung erwägen
Je nach Pflegebedarf kann es sinnvoll sein, unterwegs auf eine Pflegefachkraft oder einen Begleitdienst zurückzugreifen. Manchmal übernehmen auch Spitex-Organisationen die Ferienbetreuung für pflegebedürftige Senioren.
Hilfsmittel und Material mitnehmen
Zu den wichtigsten Dingen gehören u. a. Rollstuhl oder Gehhilfe, Inkontinenzprodukte, Hilfsmittel für die Körperpflege sowie Medikamentenboxen. Doch auch Notrufuhren sind sinnvoll, wenn Sie auch mal etwas alleine unternehmen möchten oder sich eine zusätzliche Sicherheit wünschen.
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Ruhepausen einplanen
Pflegebedürftige Personen benötigen oft mehr Zeit zur Erholung. Flexible Tagesplanung hilft, Überforderung zu vermeiden.
Lokale Unterstützung recherchieren
Vorab checken, welche Angebote es vor Ort gibt: z. B. Pflegedienste (Spitex), Seniorenzentren oder Beratungsstellen. Im Notfall kann dies entscheidend sein.
Notfallplan erstellen
Wichtige Telefonnummern, Adressen von Spitälern und Ärzten sowie ein funktionierendes Kommunikationsmittel wie eine Notrufuhr gehören zur Grundausstattung.
Selbst organisieren oder über ein spezialisiertes Reisebüro buchen?
Zu Beginn stellt sich oft die Frage, ob die Ferien selbst geplant oder an ein spezialisiertes Reisebüro vergeben werden sollen. Beide Varianten haben Vorteile:
Vorteile einer selbst organisierten Reise
- Hohe Flexibilität: Sie bestimmen Reiseziel, Unterkunft und Aktivitäten passend zu den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Person.
- Vertraute Abläufe: Viele fühlen sich wohl, wenn Tagesroutinen beibehalten werden können.
- Individuelle Pflege: Als Angehörige kennen Sie die Bedürfnisse am besten und können Betreuung und Pflege massgeschneidert übernehmen.
- Gemeinsame Zeit: Eine selbst organisierte Reise schafft Raum für Nähe und schöne Erinnerungen.
- Kostenkontrolle: Sie behalten das Budget im Blick und können entsprechend planen.
- Beziehungsstärkung: Gemeinsame Erlebnisse bringen oft frischen Wind in die Beziehung und stärken das Vertrauen.

Vorteile eines spezialisierten Reisebüros
- Fachwissen und Erfahrung: Solche Anbieter kennen barrierefreie Hotels, geeignete Transportmittel und die typischen Herausforderungen.
- Individuelle Betreuung: Bei Bedarf stehen Pflegepersonal oder andere Dienstleistungen zur Verfügung – auf Wunsch auch medizinische Ausstattung oder spezielle Mahlzeiten.
- Massgeschneiderte Programme: Aktivitäten und Tagesplanung werden auf die Möglichkeiten der pflegebedürftigen Person abgestimmt.
- Entlastung für Angehörige: Angehörige können sich erholen, ohne ständig in der Pflegeverantwortung zu stehen.
- Gutes Netzwerk: Spezialisierte Anbieter arbeiten mit lokalen Partnern zusammen, was die Organisation erleichtert.
- Sicherheit und Notfallplanung: Notfallprotokolle und klare Abläufe sorgen für zusätzliche Sicherheit.
Planungstipps und Checkliste für selbst organisierte Reisen
Wer Ferien mit einer pflegebedürftigen Person selbst organisiert, sollte frühzeitig mit der Planung beginnen. Grundsätzlich stehen viele Reiseziele offen, dennoch gibt es in der Praxis gewisse Einschränkungen, die berücksichtigt werden müssen.
Es lohnt sich, bei der Vorbereitung den Fokus auf die vorhandenen Möglichkeiten zu legen, statt sich von vermeintlichen Hürden entmutigen zu lassen. Auch wenn Sie kein massgeschneidertes Angebot eines spezialisierten Reiseanbieters buchen möchten, gibt es verschiedene Stellen, die bei der Organisation und Umsetzung unterstützen können.
Ihre Checkliste für selbst organisierte Reisen
- Beratungsmöglichkeiten nutzen (z. B. über Spitex, soziale Dienste, Senioren- bzw. Pflegeberatung).
- Spezialisierte Reise- oder Unterkunftsangebote prüfen (z. B. barrierefreie Hotels, Pflegehotels oder Ferienresidenzen).
- Abklären, ob ein Bring- und Abholservice für die An- und Rückreise verfügbar ist.
- Vorab prüfen, ob am Reiseziel Pflege- und Hygieneprodukte erhältlich sind oder ob ein ausreichender Vorrat mitgenommen werden muss.
- Sicherstellen, dass vor Ort notwendige Pflegeunterstützung verfügbar ist – im Idealfall auch mit Notfalloption.
- Frühzeitig Kontakt zu Versicherungen bzw. Kostenträgern aufnehmen, um Unterstützungsmöglichkeiten oder notwendige Anmeldungen abzuklären.
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