Viele Menschen höheren Alters berichten gehäuft von Schlafproblemen und finden nachts nicht richtig zur Ruhe. Dabei ist ein erholsamer Schlaf essenziell – er ist genauso lebenswichtig wie andere grundlegende Körperfunktionen.
Wer gut schläft, fühlt sich tagsüber leistungsfähig und gesund. Nachfolgend erfahren Sie, welche Ursachen hinter Schlafstörungen stecken können und wie man ihnen vorbeugt oder sie zumindest abschwächt.
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Schlafstörungen im Alter – normal oder nicht?
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper. Prozesse laufen langsamer ab und die geistige wie körperliche Leistungsfähigkeit nimmt etwas ab. Das beeinflusst auch den Schlaf. Während Babys rund 17 Stunden täglich schlafen und viel Zeit davon in der REM-Phase verbringen, reduziert sich die Schlafdauer im Erwachsenenalter bis ins hohe Alter auf etwa 6 bis 8 Stunden mit rund einem Viertel REM-Schlaf.
Ältere Menschen schlafen allerdings nicht zwingend weniger als Menschen mittleren Alters – häufig wachen sie jedoch häufiger auf und der Schlaf wird als leichter empfunden. Männer haben zudem oft einen geringeren Tiefschlafanteil. Viele Senioren klagen über chronische Schlafstörungen und fühlen sich morgens weniger ausgeruht, was zum Teil mit verkürzten Tiefschlafphasen zusammenhängt.
Auch reagieren ältere Menschen sensibler auf Geräusche und wachen leichter auf. Danach liegen sie häufig längere Zeit wach. Neben äusseren Einflüssen wie ein schnarchender Partner oder eine ungeeignete Matratze können auch Raumtemperatur oder andere Kleinigkeiten eine Rolle spielen.
Schlafapnoe im höheren Alter
Rund 40% der älteren Menschen leiden unter Schlafapnoe – deutlich häufiger als jüngere Personen. Dabei kommt es neben lautem Schnarchen zu Atemaussetzern, die tagsüber Müdigkeit und kognitive Einschränkungen verursachen.
Oft wird eine Atemmaske eingesetzt, die den Schlaf unterstützt. Gerade der Tragekomfort ist entscheidend, da die Maske meist mehrere Stunden am Stück getragen werden muss. Spezielle Modelle eignen sich etwa für Bartträger, Bauch- und Seitenschläfer oder auch für Brillenträger und Kinder. Wichtig ist, dass die Maske weder zu eng sitzt noch Druckstellen verursacht.
Schlafstörungen können zudem Begleiterscheinungen von Erkrankungen wie Demenz, Altersdepression oder Angststörungen sein. Besonders kritisch wird es, wenn Schlafmangel psychische Probleme verstärkt. Das Gehirn braucht genügend Schlaf für Gedächtnis- und Lernprozesse – wer nicht gut schläft, reagiert im Alltag oft gereizt und unausgeglichen.
Was tun, wenn man nicht einschlafen kann?
Bei leichteren Schlafstörungen lohnt es sich, zunächst selbst nach den Ursachen zu suchen. Fühlen Sie sich abends gar nicht müde, kann mehr Bewegung am Tag helfen. Es muss kein intensives Training sein – bereits regelmässige Spaziergänge oder das Vermeiden des Mittagsschlafs können viel bewirken. Koffeinhaltige Getränke sollten am Nachmittag gemieden werden.
Hilfreich sind auch abendliche Rituale, die dem Gehirn signalisieren, dass Ruhe angesagt ist: ein ruhiger Film, ein weniger spannendes Buch oder leichte Gymnastik. Digitale Geräte sollten vor dem Schlafengehen möglichst gemieden werden, da deren Blaulicht die Melatoninproduktion beeinträchtigt.
Auch das Schlafumfeld spielt eine wichtige Rolle. Ideal ist eine Raumtemperatur von etwa 18°C. Kopfkissen und Matratze sollten an die eigenen Bedürfnisse angepasst sein. Wer mit Nacken- oder Rückenschmerzen aufwacht, sollte das Material prüfen oder anpassen.
Wenn trotz all dieser Massnahmen über längere Zeit Schlafstörungen bestehen bleiben, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Beruhigungsmittel sollten nur nach medizinischer Empfehlung eingenommen werden, da falsche Anwendung die Beschwerden verschlimmern kann.