Sturzerkennung bei Notrufuhren: Weshalb sie oft nicht hält, was sie verspricht

Inhaltsverzeichnis
Automatische Sturzerkennung klingt beruhigend: Viele Anbieter werben damit, dass ihre Notrufuhren oder Notrufknöpfe Stürze automatisch erkennen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Funktion bei älteren Menschen nur eingeschränkt zuverlässig ist.
Das Wichtigste in Kürze

Stürze sind im Alter ein grosses Gesundheitsrisiko

Gerade im Alter steigt das Risiko zu stürzen deutlich. Fast ein Drittel der über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal pro Jahr, bei Hochbetagten ist dieser Anteil sogar noch höher. Nicht selten haben solche Stürze ernste Folgen und können zu Spitalaufenthalten oder Pflegebedürftigkeit führen. Entsprechend gross ist der Wunsch nach schneller Hilfe.

Die Notrufuhren und Notrufköpfe von Limmex ermöglichen genau das: Mit einem einfachen Knopfdruck wird im Notfall sofort Alarm ausgelöst. Doch was geschieht, wenn eine Person nach einem Sturz nicht mehr in der Lage ist, diesen Knopf selbst zu betätigen?

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Wie funktioniert eine Sturzerkennung?

Um diese Situation abzufangen, setzen einige Anbieter auf automatische Sturzerkennung. Sensoren sollen erkennen, wenn eine Person stürzt, und selbstständig einen Notruf auslösen. Auch Smartwatches verfügen teilweise über solche Funktionen. In der Theorie funktioniert das so:

  1. Die Notrufuhr misst Bewegungen mit eingebauten Bewegungssensoren.
  2. Ein Sturz wird erkannt durch eine plötzliche starke Bewegung, einen schnellen Lagewechsel und kaum Bewegung danach.
  3. Die Uhr gibt ein Signal (Ton oder Vibration) und fragt, ob Hilfe benötigt wird.
  4. Erfolgt keine Reaktion, wird automatisch ein Notruf ausgelöst.
  5. Dabei werden der Standort und wichtige Informationen übermittelt

Warum Sturzerkennungen häufig versagen

Klingt gut, doch es gibt ein Problem: Diese Technik ist bislang nicht ausgereift. „Entweder wird ein Sturz gar nicht erkannt oder es kommt zu häufigen Fehlalarmen“, erklärt Martin Dahlhäuser, Produktmanager bei Limmex. Besonders bei älteren Menschen zeigt sich eine zentrale Schwäche der Systeme: Während bei jungen, aktiven Personen ein Sturz oft abrupt erfolgt – etwa bei einem Velo- oder Laufunfall –, verlaufen Stürze im Alter meist langsamer.

Betroffene rutschen beispielsweise bei Schwindel oder einem Herzproblem langsam zu Boden und stützen sich dabei noch ab. Solche Bewegungsmuster werden von vielen Sensoren nicht als Sturz erkannt, obwohl akute Gefahr besteht.

Fehlalarme als weiteres Risiko

Umgekehrt reagieren Sturzsensoren häufig zu empfindlich. Schon alltägliche Bewegungen des Arms können je nach Einstellung einen Alarm auslösen. Diese Fehlalarme sind für Trägerinnen und Träger belastend und führen zusätzlich zu unnötigen Einsätzen bei Notrufzentralen und Rettungsdiensten.

„Im ungünstigsten Fall rückt ein Rettungsdienst aus, weil keine Rückmeldung über die Sprechverbindung erfolgt“, so Dahlhäuser. Aus Sicht von Limmex ist es deshalb wichtig, die Grenzen dieser Technologie offen zu kommunizieren.

Aus diesem Grund ist eine automatische Sturzerkennung bei den Notrufuhren von Limmex aktuell kein Standardbestandteil. Perspektivisch könnten solche Zusatzfunktionen sinnvoll sein – allerdings erst dann, wenn sie zuverlässig genug funktionieren.

Technische Alternativen – mit Einschränkungen

Zwar existieren bereits heute präzisere Systeme, etwa fest installierte Infrarotsensoren in Wohnräumen. Diese können Bewegungsabläufe zwar genauer erfassen, erfordern jedoch eine umfassende Ausstattung der gesamten Wohnung. Der technische und finanzielle Aufwand ist entsprechend hoch und für viele Menschen nicht praktikabel.

Zudem ist wichtig zu wissen: Situationen, in denen jemand nach einem Sturz vollständig bewusstlos ist und keinen Notruf mehr auslösen kann, kommen vergleichsweise selten vor.

Einfachheit als Sicherheitsfaktor

Aus diesem Grund setzt Limmex bewusst auf einfache, verlässliche Notruflösungen. Notrufuhren und Notrufknöpfe, die intuitiv bedienbar sind und ohne komplexe Zusatzfunktionen auskommen, bieten im Alltag die grösste Sicherheit.

„Je einfacher ein Gerät aufgebaut ist, desto zuverlässiger funktioniert es“, betont Dahlhäuser. „Und im Notfall zählt vor allem eines: schnell und ohne Umwege Hilfe zu erhalten.“

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Redaktion Limmex

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