Skifahren mit 101 – Begeisterung kennt kein Alter
Viele Seniorinnen und Senioren fragen sich, ob Skifahren im hohen Alter noch sinnvoll ist. Ein eindrückliches Gegenbeispiel liefert der 101-jährige Österreicher Gottfried Bistumer. Im Jahr 2026 steht er bereits in seiner 97. Skisaison auf den Brettern. Nationale und internationale Medien berichteten über ihn, da er selbst im hohen Alter mehrmals wöchentlich Ski fährt.
Sein persönliches Rezept für ein langes und gesundes Leben: in Bewegung bleiben – körperlich wie geistig. Pro Saison absolviert er bis zu 160 Skitage. Früher waren es sogar 180. „Alle sagten, ich bin verrückt. Aber der Verrückte lebt noch“, erzählte er der „Kleinen Zeitung„. Für ihn wäre ein Leben ohne Skifahren kaum vorstellbar. Nebenbei spielt er Schach, gerne auch gegen Profis, wie er in einem Tagesschau-Beitrag verriet.
Keine feste Altersgrenze
Natürlich sind Menschen über 100 auf der Piste eine Ausnahme. Dennoch zeigt dieses Beispiel: Eine starre Altersgrenze fürs Skifahren gibt es nicht. Entscheidend sind Motivation, Können und eine realistische Selbsteinschätzung. Wie bei jedem Sport im Alter gilt auch hier: Wer aktiv bleiben möchte, sollte einige Grundregeln beachten.
Tipp 1: Den Körper gezielt vorbereiten
Mit zunehmendem Alter lassen Beweglichkeit und Stabilität nach. Deshalb ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig. Bereits Wochen oder Monate vor den Skiferien oder dem Skitag empfiehlt sich regelmässige Bewegung – etwa Nordic Walking, Velofahren oder Wandern. So werden Muskelgruppen aktiviert, die im Alltag oft wenig beansprucht werden.
Ohne ausreichendes Training steigt das Verletzungsrisiko deutlich. Sinnvoll sind einfache Kräftigungsübungen für Beine und Rumpf, die problemlos zu Hause durchgeführt werden können. Kniebeugen, Einbeinstand oder Seitstütz kräftigen gezielt die stabilisierende Muskulatur. Schon rund 20 Minuten Training pro Tag genügen, um Kraft und Gleichgewicht zu verbessern.
Neben dem gesundheitlichen Nutzen fördert Skifahren Koordination, Ausdauer und Reaktionsfähigkeit – Fähigkeiten, die auch im Alltag von grossem Wert sind.
Tipp 2: Ausrüstung überprüfen und anpassen
Ältere, lange Skier aus vergangenen Jahrzehnten mögen nostalgisch sein, entsprechen aber meist nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Moderne Alpinski sind kürzer und stärker tailliert, was sie wendiger macht und insbesondere die Knie entlastet. Modelle mit sogenannter Rocker-Bauweise erleichtern das Drehen und sparen Kraft.
Auch Langlaufski sind heute kürzer und an die Körpergrösse angepasst. Zur Grundausstattung gehören ein Helm (insbesondere beim Alpinskifahren), funktionelle, wind- und wasserdichte Kleidung sowie gut sitzende Skischuhe. Diese dürfen im Alter durchaus etwas weicher und komfortabler sein.
Je nach Bedarf sind Skibrillen mit Sehstärke, Rückenprotektoren oder Hüftprotektoren sinnvoll. Trotz moderner Ausrüstung gilt: lieber kürzere Skitage einplanen und regelmässig Pausen einlegen.
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Tipp 3: Sicher mit dem Auto anreisen
In der Schweiz sind zwar viele Skigebiete gut mit dem Zug erreichbar. Viele Wintersportler reisen aber mit dem eigenen Fahrzeug an, was Flexibilität bietet und den Transport der Ausrüstung erleichtert. Wichtig ist ein geeigneter Dachträger oder eine Dachbox. Zudem muss das Auto wintertauglich sein: Winterreifen sind Pflicht, Schneeketten insbesondere in Bergregionen häufig vorgeschrieben.
Bei schwierigen Strassenverhältnissen gilt: Tempo reduzieren, genügend Abstand halten und besonders vorausschauend fahren.
Tipp 4: Ein geeignetes Skigebiet wählen
Attraktive Skigebiete stehen in der Schweiz sozusagen vor der Haustür und sind mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar. Doch nicht jedes Skigebiet ist für Seniorinnen und Senioren gleichermassen geeignet. Kleinere Regionen mit übersichtlichen und gut präparierten, eher moderaten Pisten bieten oft mehr Sicherheit und Ruhe als grosse, stark frequentierte Skigebiete. Entscheidend sind gute Infrastruktur, kurze Wege und ausreichend Sitz- sowie Erholungsmöglichkeiten.
Tipp 5: Die passende Unterkunft finden
Verbringen Sie gerne längere Zeit in einem Skigebiet? Dann gilt es eine passende Unterkunft zu finden. Im Internet gibt es eine grosse Auswahl an Wohnungen oder Hotels. Falls ihnen der Trubel schnell zu viel wird: Es gibt Hotels, die auf ältere Gäste ausgerichtet sind und attraktive Wellnessangebote haben. An einigen Orten gibt es auch Rabatte oder spezielle Angebote für Senioren.
Tipp 6: Verletzungsrisiko reduzieren
Gut präparierte Pisten bieten mehr Sicherheit und erleichtern das Fahren. Unebenheiten kosten Kraft und erhöhen die Sturzgefahr. Eine defensive Fahrweise mit moderatem Tempo schont Gelenke und Muskulatur.
Breitere Schwünge mit grösserem Radius sind energiesparender. Dabei wird der gesamte Körper in die Kurve gelegt, sodass der Ski optimal greift und weniger Kraft erforderlich ist. Das verzögert Ermüdung und senkt das Verletzungsrisiko.
Sind die Kräfte begrenzt, empfiehlt es sich, eher am Vormittag zu fahren und am Nachmittag – wenn die Pisten weicher und unruhiger werden – eine Pause einzulegen oder ins Tal zurückzukehren. Regelmässige Erholungsphasen und bewusstes Geniessen der Berglandschaft machen den Tag angenehmer und sicherer.
Tipp 7: Den Tag erholsam abschliessen
Nach einem aktiven Tag auf der Piste sollte der Körper bewusst entspannen. Ein Saunagang oder ein warmes Bad fördern die Regeneration. Ebenso wichtig ist eine ausgewogene Mahlzeit und genügend Ruhe. Erholung ist ein wesentlicher Bestandteil eines gelungenen Skitages.
Checkliste für Seniorinnen und Senioren
- Eigene Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen und das Tempo anpassen.
- Defensiv fahren und Überforderung vermeiden.
- Gezieltes Training vor dem Skitag oder den Skiferien durchführen (insbesondere Bein- und Rumpfmuskulatur).
- Ausrüstung prüfen: passende Skier, bequeme Schuhe, funktionierende Bindung.
- Vor jeder Abfahrt aufwärmen.
- Freude am Sport haben und die Natur bewusst geniessen.
- Mit guter Vorbereitung, passender Ausrüstung und einer vernünftigen Selbsteinschätzung steht dem Skivergnügen bis ins hohe Alter nichts im Weg.
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