Reicht das Geld für die Pflege im Alter?

Das Leben in der Schweiz ist teuer, und im Ruhestand steigen die Kosten oft weiter an, insbesondere wenn Pflegebedürftigkeit eintritt. Die Sorge, dass die Pflegekosten die gesamten Ersparnisse aufzehren könnten, ist berechtigt. Doch es gibt Möglichkeiten, frühzeitig vorzusorgen und finanzielle Sicherheit im Alter zu gewährleisten. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie sich optimal auf die finanziellen Herausforderungen im Ruhestand vorbereiten können.

Steigende Lebenserwartung erhöht den Bedarf nach längerer Hilfe

Noch nie war die Lebenserwartung der Menschen so hoch wie heute. In der Schweiz liegt sie bei 83 Jahren. Bis Mitte des Jahrhunderts soll sie, Experten zufolge, weltweit um weitere vier Jahre ansteigen. 

Wegen der steigenden Lebenserwartung sind immer mehr ältere Menschen auf professionelle Hilfe angewiesen – zu Hause oder im Pflegeheim. Die Kosten dafür müssen sie zum Teil selbst tragen. Die Krankenkasse übernimmt grundsätzlich die Kosten für Grundpflege, medizinische Untersuchungen und Behandlungen sowie für Beratungen und Abklärungen. Die Pensions- und Betreuungskosten muss man aber selbst bezahlen.

2015 beliefen sich die durchschnittlichen Kosten in Schweizer Alters- und Pflegeheimen auf 8’973 Franken pro Monat. Davon mussten die Heimbewohner 5’911 Franken selbst tragen. Auf ein Jahr hochgerechnet sind das über 70’000 Franken.

Im Durchschnitt beträgt die Aufenthaltszeit in einer Pflegeinstitution 914 Tage. Hochgerechnet mit den durchschnittlichen Kosten von 2015 können so ungedeckte Kosten von über 170’000 Franken entstehen. Und bevor sie in ein Alters- oder Pflegeheim ziehen, nutzen viele ältere Menschen Spitex-Leistungen. Auch diese werden nicht vollständig von der Krankenkasse bezahlt.

Acht Tipps, um für den Pflegefall zu sparen

Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz und den zusätzlichen Ausgaben im Ruhestand ist es entscheidend, frühzeitig Massnahmen zu ergreifen, um finanzielle Engpässe zu vermeiden. Diese acht wertvollen Tipps zeigen Ihnen, wie Sie gezielt für den Pflegefall sparen können, um auch im Alter gut versorgt zu sein.

1. Private Altersvorsorge nutzen

Säule 3a und 3b

Die freiwillige private Vorsorge, bestehend aus der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) und der freien Vorsorge (Säule 3b), bietet wertvolle Möglichkeiten, für das Alter vorzusorgen. Beiträge zur Säule 3a können steuerlich geltend gemacht werden (müssen bei der Auszahlung versteuert werden), was einen zusätzlichen Anreiz darstellt, regelmässig einzuzahlen. Die Säule 3b hingegen ermöglicht flexiblere Spar- und Anlageformen, die individuell an Ihre Bedürfnisse angepasst werden können (müssen bei der Auszahlung nicht mehr versteuert werden).

2. Berufliche Vorsorge optimieren

Pensionskasse (Säule 2)

Die berufliche Vorsorge spielt eine zentrale Rolle bei der Altersabsicherung. Achten Sie darauf, dass Sie ausreichende Beiträge in Ihre Pensionskasse einzahlen. Informieren Sie sich über die Möglichkeit von freiwilligen Einkäufen, um Ihre Rentenansprüche zu erhöhen. Ein höheres Altersguthaben in der Pensionskasse bedeutet eine höhere Rente im Ruhestand.

3. Strategische Investitionen

Diversifikation und langfristige Anlage

Investitionen in ein diversifiziertes Portfolio (Portfolio-Diversifikation beschreibt die Strategie in verschiedene Finanzprodukte zu investieren, um das Risiko bei der Geldanlage zu minimieren.) aus Aktien, Anleihen, Immobilien und Fonds können helfen, Ihr Vermögen zu schützen und zu vermehren. Eine langfristige Anlagestrategie ermöglicht es Ihnen, von Zinseszinsen zu profitieren und Marktschwankungen auszugleichen. Dabei ist es wichtig, das Risiko zu streuen, um Verluste zu minimieren.

4. Private Pflegeversicherung abschliessen

Eine private Pflegeversicherung kann einen Grossteil der Pflegekosten abdecken und so Ihre Ersparnisse schonen. Prüfen Sie verschiedene Versicherungsangebote und wählen Sie eine Police, die Ihren Bedürfnissen entspricht. Eine frühzeitige Versicherung kann günstiger sein und umfassenderen Schutz bieten.

5. Realistische Budgetplanung

Lebenshaltungskosten im Ruhestand

Erstellen Sie einen detaillierten Budgetplan, der alle möglichen Kosten im Ruhestand berücksichtigt. Dazu gehören nicht nur die alltäglichen Lebenshaltungskosten, sondern auch Gesundheits- und Pflegekosten. Ein realistisches Budget hilft Ihnen, Ihre Ausgaben besser zu kontrollieren und finanzielle Engpässe zu vermeiden.

Schulden abbauen

Versuchen Sie, vor dem Ruhestand schuldenfrei zu sein. Hypotheken und andere Schulden können im Ruhestand eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Durch frühzeitiges Tilgen von Schulden schaffen Sie finanzielle Freiräume.

6. Staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen

Ergänzungsleistungen (EL)

Ergänzungsleistungen zur AHV können im Bedarfsfall helfen, die Lebenshaltungskosten zu decken. Informieren Sie sich frühzeitig über Ihre Ansprüche und beantragen Sie diese Unterstützung, wenn nötig. Die Ergänzungsleistungen können eine wichtige finanzielle Entlastung bieten.

7. Immobilien als Sicherheit

Eigenheim und Hypothekentilgung

Ein schuldenfreies Eigenheim kann im Ruhestand eine grosse finanzielle Entlastung sein. Überlegen Sie, wie Sie Ihre Hypothek vor dem Ruhestand vollständig tilgen können. Alternativ könnten Sie den Verkauf oder die Vermietung einer Immobilie in Betracht ziehen, um zusätzliches Einkommen zu generieren.

8. Erbrechtliche Regelungen treffen

Vorsorgeauftrag und Testament

Erstellen Sie einen Vorsorgeauftrag und ein Testament, um sicherzustellen, dass Ihre Wünsche im Falle von Krankheit oder Tod respektiert werden. Diese Dokumente regeln nicht nur die Verteilung Ihrer Vermögenswerte, sondern auch die Organisation Ihrer Pflege und Betreuung.

Weitere Einsparhilfen im Alter

Darüber hinaus gibt es im Ruhestand verschiedene weitere Möglichkeiten, um Kosten zu sparen und Ihre Finanzen optimal zu managen. Hier sind sechs Tipps und Strategien, die Ihnen helfen können, Ihre Ausgaben zu reduzieren und Ihre Ersparnisse zu schonen:

1. Wohnkosten senken

  • Kleinere Wohnung: Überlegen Sie, in eine kleinere und günstigere Wohnung umzuziehen. Eine kleinere Wohnfläche kann nicht nur die Mietkosten, sondern auch die Nebenkosten senken.
  • Wohngemeinschaft: Erwägen Sie eine Wohngemeinschaft mit anderen Senioren. Dies kann sowohl Kosten sparen als auch soziale Kontakte fördern.

2. Haushaltskosten reduzieren

  • Energie sparen: Nutzen Sie energieeffiziente Geräte, schalten Sie Lichter und Geräte aus, wenn sie nicht gebraucht werden, und reduzieren Sie die Heizkosten, indem Sie die Temperatur anpassen und Fenster abdichten.
  • Lebensmittel: Kaufen Sie gezielt ein, nutzen Sie Sonderangebote und Rabattaktionen, und planen Sie Ihre Mahlzeiten, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

3. Mobilität

  • Öffentliche Verkehrsmittel: Nutzen Sie vergünstigte Seniorentarife im öffentlichen Nahverkehr. In vielen Städten gibt es spezielle Angebote für Senioren.
  • Carsharing und Fahrgemeinschaften: Statt ein eigenes Auto zu besitzen, könnten Carsharing oder Fahrgemeinschaften eine kostengünstigere Alternative sein.

4. Freizeit und Kultur

  • Vergünstigungen für Senioren: Viele Kultureinrichtungen, Schwimmbäder und Freizeiteinrichtungen bieten ermässigte Eintrittspreise für Senioren an.
  • Bibliotheken und Vereine: Nutzen Sie die Angebote von Bibliotheken und Vereinen, die oft kostengünstige oder kostenlose Aktivitäten und Veranstaltungen anbieten.

5. Nachbarschaftshilfe und Ehrenamt

  • Nachbarschaftshilfe: Nutzen Sie Netzwerke und Gemeinschaften, in denen Nachbarn sich gegenseitig unterstützen. Oft gibt es Initiativen, die ältere Menschen im Alltag unterstützen.
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten: Durch ehrenamtliche Tätigkeiten können Sie nicht nur aktiv bleiben und soziale Kontakte pflegen, sondern manchmal auch Vergünstigungen oder kostenlose Dienstleistungen erhalten.

6. Verkaufs- und Tauschbörsen

  • Flohmärkte und Online-Plattformen: Verkaufen Sie nicht mehr benötigte Gegenstände auf Flohmärkten oder über Online-Plattformen wie (eBay oder) Ricardo, Tutti oder Anibis.
  • Tauschbörsen: Nutzen Sie Tauschbörsen, um Dinge, die Sie nicht mehr brauchen, gegen etwas Nützliches einzutauschen.

Reicht das Geld für die Pflege im Alter? 

Die Kosten für Pflege im Alter können erheblich sein, doch durch frühzeitige und umfassende Vorsorge können Sie sicherstellen, dass Ihre Ersparnisse nicht vollständig aufgebraucht werden. Nutzen Sie die verschiedenen Möglichkeiten der Altersvorsorge, investieren Sie strategisch, planen Sie realistisch und nutzen Sie professionelle Beratung. So können Sie beruhigt in den Ruhestand gehen, ohne Angst haben zu müssen, dass Pflegekosten Ihre finanzielle Sicherheit gefährden.

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