Annemie Ackermann geniesst die Sonne auf einem Platz in Köln. Gerade ist sie von einem Besuch im Schokoladenmuseum zurückgekehrt und wartet auf den Bus. Währenddessen nutzt sie ihren Rollator als Sitzgelegenheit. Für die 89-Jährige ist das Hilfsmittel weit mehr als eine Gehhilfe – es bedeutet Bewegungsfreiheit und Unabhängigkeit.
Seit etwa drei Jahrzehnten begleitet der Rollator sie durch den Alltag. Fast täglich ist sie unterwegs, besucht Freunde, erledigt Besorgungen oder nimmt an Ausflügen teil. „Ohne meinen Rollator wäre vieles nicht möglich“, sagt sie. Für sie steht fest: Die Entwicklung dieses Hilfsmittels hat das Leben vieler Menschen grundlegend verbessert: „Ein Hoch auf die Erfinderin.“
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Eine Erfindung, die Millionen Menschen hilft
Die moderne Form des Rollators entstand erst 1978. Entwickelt wurde sie von der Schwedin Aina Wifalk, die aufgrund einer Behinderung selbst nach einer Möglichkeit suchte, mobil zu bleiben. Ihr Konzept eines vierrädrigen Gehwagens mit Bremsen und Sitzfläche verbreitete sich schnell und wird heute weltweit genutzt.
Auch in der Schweiz und in Deutschland gehört der Rollator inzwischen zum Alltag vieler Menschen. Als Annemie Ackermann Anfang der 1990er-Jahre ihr erstes Modell erhielt, war das noch anders. Damals fielen Nutzerinnen und Nutzer deutlich stärker auf.
Warum viele Senioren auf einen Rollator verzichten
Trotz körperlicher Beschwerden lehnen manche ältere Menschen einen Rollator ab. Nach Ackermanns Beobachtung spielt dabei häufig die Sorge eine Rolle, von anderen als alt oder gebrechlich angesehen zu werden.
Für sie selbst war diese Frage nie entscheidend. Als ihre Knieprobleme stärker wurden und das Gehen zunehmend schwerfiel, nahm sie die Unterstützung dankbar an. Der Gewinn an Mobilität überwog für sie jeden möglichen Zweifel.
„Wenn mir etwas hilft, dann nutze ich es“, lautet ihre Einstellung. Dass manche Menschen lieber auf Aktivitäten verzichten oder das Haus seltener verlassen, als einen Rollator zu verwenden, kann sie nur schwer verstehen.
Selbstständig und kontaktfreudig
Auch mit 89 Jahren gestaltet Ackermann ihren Alltag aktiv. Sie fährt mit Bus und Bahn zu Terminen, erledigt ihre Einkäufe selbst und trifft regelmässig Freunde. Dabei scheut sie sich nicht, Unterstützung anzunehmen, wenn sie benötigt wird – etwa beim Einsteigen in öffentliche Verkehrsmittel oder beim Tragen schwerer Taschen.
Nach ihrer Erfahrung sind viele Menschen hilfsbereit. Ihre offene und kommunikative Art habe ihr dabei immer geholfen.
Qualität macht einen Unterschied
Wer langfristig einen Rollator nutzt, sollte nach Ansicht der Seniorin auf eine gute Ausstattung achten. Nachdem sie zunächst ein Standardmodell verwendet hatte, entschied sie sich später für eine hochwertigere Variante. Der Unterschied bei Komfort, Gewicht und Handhabung sei deutlich spürbar gewesen.
Mobil bleiben – mit der passenden Unterstützung
Neben Rollatoren stehen heute zahlreiche weitere Hilfsmittel zur Verfügung, die älteren Menschen mehr Sicherheit und Bewegungsfreiheit schenken. Elektromobile und Elektrorollstühle erleichtern längere Strecken, während Notrufuhren im Ernstfall schnelle Hilfe organisieren können.
Annemie Ackermann ist froh, dass es solche Möglichkeiten gibt. Ihr Rollator ermöglicht ihr, weiterhin aktiv am Leben teilzunehmen – und genau das zählt für sie. „Ich freue mich über jeden Tag, an dem ich unterwegs sein kann“, sagt die 89-Jährige.
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