Vor diesem Szenario fürchtet sich mancher Neukunde von Limmex: Er löst aus Versehen einen Alarm aus, weil er mit der Notrufuhr irgendwo gegenstösst. Und schon werden die Rettungskräfte aufgeboten. Während er nichtsahnend die Tagesschau schaut, klingelt es plötzlich und die Ambulanz steht vor der Tür. Er schickt sie wieder weg – war ja ein Fehlalarm. Trotzdem erhält er eine saftige Rechnung für den “Rettungseinsatz”: In der Schweiz macht dies schnell mal über 1000 Franken.
Die gute Nachricht: “Dieses Szenario kann so nicht passieren”, beruhigt Sven Burger. Denn die Ambulanz werde nicht automatisch aufgeboten, wenn ein Alarm ausgelöst werde: “Ein Rettungseinsatz ist nur in Ausnahmefällen nötig und wenn es der Kunde ausdrücklich wünscht.”
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Das passiert, wenn Limmex-Kunden einen Alarm auslösen?
Sven Burger leitet den Notrufservice der Curena AG, ein Tochterunternehmen des Schweizerischen Roten Kreuzes. Seine Mitarbeitenden kümmern sich rund um die Uhr um die Limmex-Kunden, die mit der Uhr oder dem Knopf einen Alarm auslösen. Das funktioniert so:
1. Ein Alarm geht ein
Drückt jemand auf den Knopf der Uhr, wird wie bei einem Telefon eine Verbindung zur Curena-Notrufzentrale hergestellt. “Unsere Mitarbeitenden fragen beim Kunden nach, ob alles in Ordnung ist”, so Burger. Denn es komme häufig vor, dass jemand aus Versehen einen Alarm auslöse: “Ist dies der Fall, hat sich die Sache rasch erledigt.”
Solche Fehlalarme sind überhaupt kein Problem. Burger ermutigt die Limmex-Kunden sogar dazu, die Notrufuhr regelmässig zu testen. “Dies gibt dem Kunden Sicherheit und Bestätigung. Auch wir wissen, dass die Uhr funktioniert und die Handhabung klar ist.” Manchmal kommt es auch vor, dass die Uhr einen Alarm auslöst, aber der Kunde über die Sprechverbindung für die Notrufzentrale nicht erreichbar ist. „In solchen Fällen werden die hinterlegten Kontaktpersonen aufgeboten.“
2. Der Kunde braucht Hilfe
Braucht die Kundin oder der Kunde doch Hilfe, ist der Notrufservice für ihn da. Gründe dafür können ein Sturz, ein Schwächegefühl oder Schmerzen sein. In der Regel kontaktieren dann die Mitarbeitenden die Angehörigen, die in der Notrufzentrale registriert sind. Meistens sind diese schnell vor Ort. Sie können etwa beim Aufstehen helfen oder bei Bedarf den älteren Menschen zum Arzt bringen.
3. Eine Ambulanz muss helfen
Manchmal ist aber doch schnelle medizinische Hilfe nötig. Etwa beim Verdacht auf einen Knochenbruch oder Herzinfarkt. “Unsere Mitarbeitenden fragen dann den Kunden, ob sie eine Ambulanz rufen sollen.” Wird dies erwünscht, kontaktieren sie die Rettungskräfte und bleiben mit dem Notrufuhr-Träger so lange telefonisch in Kontakt, bis diese vor Ort sind.
Praktisch: Die Limmex-Kunden können gewisse Gesundheitsdaten auf Wunsch in der Curena-Zentrale registrieren lassen. So wissen die Rettungskräfte Bescheid, ob jemand etwa eine Allergie oder Vorerkrankung hat.
Die Ambulanz kommt in Ausnahmefällen
Gut zu wissen: Die Curena-Mitarbeitenden bieten selten die Ambulanz auf. Und zwar bei lediglich 0,6 Prozent der Alarme von Limmex-Kunden, die in der Zentrale eingehen. Dabei handelt es sich um medizinische Notfälle. Bei solchen Einsätzen übernimmt in aller Regel die Kranken- oder Unfallkasse die Kosten oder einen Teil davon.
Allenfalls lohnt es sich hier, eine Zusatzversicherung abzuschliessen. Diese bezahlt je nach Versicherungssumme und Versicherungsbedingungen Transport- und Rettungskosten, die nicht durch die Grundversicherung oder Unfallversicherung gedeckt sind.
1000 Alarmierungen pro Tag
Die Notrufzentralen von Curena in Zürich und Biel sind Tag und Nacht besetzt. 800 bis 1000 Notrufe nehmen die Mitarbeitenden pro Tag entgegen. Allerdings stammen diese nicht nur von den Limmex-Kunden. Curena betreut verschiedene Unternehmen.
Die meisten Notrufe gehen am späten Nachmittag und am frühen Abend ein – zu solchen Spitzenzeiten sitzen bis zu sechs Curena-Mitarbeitende gleichzeitig in der Notrufzentrale. “Für diesen Job ist keine medizinische Ausbildung nötig”, erklärt Notrufservice-Leiter Sven Burger: „Nach einer vier- bis sechswöchigen internen Schulung kommen neue Mitarbeitende zum ersten Einsatz in der Notrufzentrale.“ Dies jedoch immer in Begleitung eines erfahrenen Kollegen, der die Betreuung innerhalb der Schicht übernehme.
Wichtig ist zudem laut Burger, dass die Mitarbeitenden mindestens Deutsch und Französisch beherrschen sowie empathisch, belastbar und stressressistent sind: “Denn sie müssen auch in stressigen Zeiten einen kühlen Kopf bewahren und manchmal mit schwierigen Situationen zurechtkommen.“ Das Schöne an der Arbeit sei: „Die Curena-Mitarbeitenden helfen vielen Menschen und haben schon manches Leben gerettet.“
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